| Polizei | [2009-10-21 12:00] | ID: 01874 |
| Polizeijahresbericht Obermenzing 2009 |
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Der Leiter der Polizeiinspektion Pasing, KOK Schmidt berichtete bei der Bürgerversammlung in Obermenzing. |
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Bürgerversammlung des 21. Stadtbezirkes Pasing-Obermenzing, Bezirksteil Obermenzing am 20.10.2009 Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger von Obermenzing, sowie Freunde des Stadtbezirks Obermenzing Kriminalitätsentwicklung Nach einem Rekordjahr mit den niedrigsten Deliktszahlen der Straßenkriminalität - das sind im wesentlichen Einbruchsdelikte und Straftaten rund um das Kraftfahrzeug – in unserem Dienstbereich, fällt die Prognose für dieses Jahr etwas nüchtern aus. Obwohl eine Steigerung von etwa 20 Prozent zu erwarten ist, werden aber die Fallzahlen trotzdem wieder deutlich unterhalb des Durchschnittes aus den früheren Jahren liegen. Zumindest über den Stadtbezirk Obermenzing zog das leichte Tief nahezu spurlos vorüber. Voranging waren Einbrüche in Kellerabteile und Gartenhäuser für den Anstieg verantwortlich. Dabei hinterließen die Täter in den Kleingartenanlagen teilweise einen hohen Sachschaden, der in keinem Verhältnis zur der erwarteten Tatbeute lag. Oft nutzten die Täter das Gartenhaus als Schlafstätte oder verköstigten sich mit den vorgefundenen Lebensmittel. Passend dazu fanden die Beamten bei einer Tatortaufnahme ein fremdes Gebiss. An einem weiteren Tatort hatte sich der Täter vor der Laube eine Bettstatt gerichtet, ein anderer Täter sorgte zumindest dafür, dass dem Opfer der Verlust seines Laptops nicht so schwer fällt und hat ihm eine Flasche Schnaps als "Trostpflaster" zurückgelassen. Einige Tatkomplexe konnten zwischenzeitlich einer mehrköpfigen Jugendbande zugeordnet werden. Die Delikteszahlen rund um das Kraftfahrzeug sind zum Vorjahr nahezu identisch. Tendenziell sind Pkw-Aufbrüche weiterhin rückläufig. Erfreulicherweise waren dabei die multimedialen Wegweiser nicht der Renner. Trotzdem ist für Diebe das Auto nach wie vor interessant, insbesondere wenn man es ihnen schmackhaft macht. Zwei Frauen mussten nach einem kurzzeitigen Friedhofsbesuch eine eingeschlagene Scheibe und den Verlust ihrer Handtasche beklagen. Leichtsinnigerweise befanden sie sich die Taschen im Blickfang der Täter. Deshalb unser Tipp: "Räumen Sie Ihr Auto aus bevor es andere tun". Lassen Sie nichts Wertvolles (Handtaschen, Bekleidung, Geld, Schlüsse. Handy...) im Auto, auch nicht "versteckt" oder im Kofferraum. Diese Verhaltensregeln gelten natürlich auch, wenn Sie Ihr Fahrzeug "nur ganz kurz abstellen!" Rohheitsdelikte, wie z.B. Körperverletzungen, wurde auffällig oft hinter verschlossenen Türen verübt (im Rahmen von häuslicher Gewalt). Hier stiegen die Zahlen um etwa 70 Prozent (!) an. Fahrraddiebstähle gehören aus unserer Sicht ebenfalls zum festen Bestandteil einer Bewertung der Kriminalitätsentwicklung. Die Fahrradsaison ist fast abgeschlossen und wir können Ihnen im Ausblick auf das auslaufende Jahr mit gutem Gewissen einen Rückgang von ca. 25 Prozent vermelden. Den Tätern bieten sich hier insbesondere die Bahnhöfe als mögliche Tatorte an. So ist es nicht verwunderlich, dass der Pasinger Bahnhof als viert größter Bayerns, jährlich etwa ein fünftel der Fahrraddiebstähle im gesamten Dienstbereich trägt. Stärker belastet war heuer auch der nördliche Teil von Obemenzing mit dem dazugehörigen S-Bahnhof. Nach wie vor werden ältere Menschen Opfer von schauspielerisch begabten und fingerfertigen Trickbetrügern oder Trickdieben. Die Varianten dabei sind vielfältig. Sei es nun am Telefon, auf der Straßen oder an ihrer Wohnungstür, alle Vorwände haben nur das eine Ziel: sich auf ihre Kosten einen geldwerten Vorteil zu verschaffen. Auch zwei hochbetagte Frauen aus Obermenzing verloren dadurch einen größeren Geldbetrag. Eine 83-Jährige wurde dabei Opfer von falschen Handwerkern. Als diese das Haus verließen fehlten der Frau insgesamt 2700.- Euro. Im zweiten Fall hatte eine 91-Jährige in ihrer Bankfiliale 1000.- Euro abgehoben. Vor ihrer Haustüre sprach sie ein Mann an, der um ein Glas Wasser bat. Beim Aufsperren griff der Mann blitzschnell in die Handtasche und entnahm den Geldbeutel mit dem er zu einem wartenden Pkw lief. Wie Sie bestimmt aus den Tageszeitungen erfahren haben, begann für uns heuer die Saison der Dämmerungswohnungseinbrecher in Ihrem 21. Stadtbezirk. Vier Einbrüche in den klassischen Dämmerungsstunden zählte das vergangene Wochenende. Ein weiterer ereignete sich im Tatzeitraum von Freitag – Montag. Die Täter hatten es wie jedes Jahr hauptsächlich auf Bargeld und Schmuck abgesehen. Zwischenzeitlich konnte bereits ein Täter ermittelt werden. Während die Fallzahlen in der "Saison" 2006/2007 enorm nach oben stiegen mit einem Beuteschaden im hohen sechsstelligen Bereich, beruhigte sich die Lage in den beiden letzten Jahren. Deshalb gilt heuer wieder SAFE: Sind Alle Fenster und Eingangstüren verschlossen? Lassen Sie es auch nicht an der Bereitschaft fehlen verdächtige Wahrnehmungen rechtzeitig mitzuteilen, um erfolgreich durch die "dunkle" Jahreszeit zu kommen. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen einmal mehr die "110" näher bringen. Offensichtlich bestehen bei zahlreichen Bürgern "Berührungsängste" in Bezug auf die polizeiliche Notrufnummer. Für uns gilt der Grundsatz: "Wir kommen lieber einmal zu viel als einmal zu wenig". Deshalb bitte ich Sie, die "110" umgehend und ohne zeitliche Verzögerung zu wählen und uns ihre Erkenntnisse mitzuteilen. Denn Ihre Hinweise sind für uns der Schlüssel zum Erfolg und damit eine wesentliche Grundlage, um Ihre Sicherheit zu gewährleisten. Verkehrsüberwachung / Unfallentwicklung Wir konzentrieren uns bei der Verkehrsüberwachung hauptsächlich auf die Verfolgung und Ahndung von priorisierten Verstößen im ruhenden und fließenden Verkehr (zb. Alkohol/Drogen; Rotlichtsünder; Gurtmuffel und Raser). Zur Verbesserung der Parkdisziplin und einer Erhöhung der Verkehrssicherheit wurden heuer bereits wieder 488 Fahrzeuge abgeschleppt, weil sie an Bushaltestellen, auf Behindertenparkplätzen, vor Feuerwehrzufahrten oder sichtbehindernd geparkt hatten. Bei Lasermessungen haben wir in diesem Jahr 647 Kraftfahrzeugführer überführt und die Hälfte davon zur Anzeige gebracht. 26 Raser mussten ihren Geschwindigkeitsrausch zusätzlich mit einem Fahrverbot von mindesten einem Monat bezahlen. Der Schnellste war dabei mit 118 km/h, erlaubt waren lediglich 50 km/h, unterwegs. Seine Wartezeit erhöhte sich damit auf 3 Monate. Durch die konsequente Überwachung konnten wir bereits 152 Verkehrsteilnehmer, die alkoholisiert oder unter dem Einfluss von Drogen standen, aus dem Verkehr ziehen und dabei 43 Führerscheine sicherstellen. Ungeachtet dessen, gelang es uns trotz des hohen Kontrolldrucks aber nicht die damit verbundenen Verkehrsunfälle zu reduzieren. Im Vergleichszeitraum mussten wir eine deutliche Steigerung hinnehmen. Glück hatten wir mit einem betrunkenen Österreicher, der erst in den Schlaf fiel, als er verkehrsbedingt anhalten musste und anschließend von Zeugen geweckt wurde. Der Spitzenwert in diesem Jahr gehört bis jetzt ebenfalls einem Österreicher, der uns mit 4,14 Promille als Fußgänger von den Rettungssanitätern zur Ausnüchterung übergeben wurde. Auffällig ist weiterhin die große Anzahl von (extrem) betrunkenen Radfahrern. Fast die Hälfte der geahndeten folgenlosen Trunkenheitsfahrten (Straftatbestand) wurde dabei von dieser Gruppe verübt. Ein 47-jähriger alkoholisierter Radler versuchte der Polizeikontrolle durch einen Sprung in die Würm zu entkommen. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ist mit 1.591 bis jetzt im Vergleich zum Vorjahr wieder deutlich rückgängig, wobei knapp die Hälfte als sogenannte Kleinunfälle aufgenommen wurden. Bei den als schwerwiegend eingestuften Unfällen entstand ein durch die Polizei geschätzter Sachschaden in Höhe von ca. 2.500.00 Euro. Im selben Zeitraum reduzierte sich die Zahl an leicht- und schwerverletzten Personen um 30. Etwa ein Drittel der verletzten Personen waren Radfahrer. Leider kam es in diesem Jahr in Obermenzing zu einem tödlichen Seniorenunfall. An der Kreuzung Verdistr./Freseniusstr. übersah ein Lkw-Fahrer beim Rechtsabbiegen eine 76-jährige Radfahrerin, die verbotswidrig auf dem Gehweg fuhr und die Fahrbahn überqueren wollte. Die Seniorin wurde erfasst und überrollt. In diesem Zusammenhang ist es mir wichtig sie daran zu erinnern, dass auch kleine Fehler im Straßenverkehr verheerende Folgen haben können. Insbesondere als Fußgänger und Radfahrer ist es nicht ratsam seinen Vorrang zu erzwingen. Auch ein Fahrradhelm schütz Leben ! Die Schulwegsicherheit ist ein wichtiger Bestandteil der Verkehrsüberwachung und uns ein großes Anliegen. Deshalb sind wir besonders stolz, dass sich der positive Trend aus dem Vorjahr auch in diesem Jahr fortsetzt. Trotzdem bleibt es dabei - jedes verletzte Schulkind ist eines zu viel - Ein besonderer Dank geht natürlich auch an unsere 144 Schulweghelfer im Dienstbereich. Sicherheit geht alle an Arbeiten Sie vertrauensvoll mit uns zusammen. Wir sind auf Ihre Mithilfe und Hinweise angewiesen. Teilen Sie uns verdächtige Wahrnehmungen mit. Wir können nur gut sein, wenn Sie uns helfen. Wir sind für Sie da! Helfen Sie uns, damit Obermenzing und Pasing so sicher bleiben. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit KOK Schmidt |
| Quelle: | Polizeiinspektion Pasing, PI-45 |